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Was ich 2025 über mentale Gesundheit gelernt habe – und wie du 2026 mental stark starten kannst

Ihr Lieben, 2025 war für mich kein Jahr der schnellen Lösungen. Es war ein Jahr des Hinsehens. Des Anerkennens. Und – ganz ehrlich – auch ein Jahr, in dem meine eigene mentale Gesundheit mich immer wieder eingeholt hat. Ich möchte diesen Artikel nicht schreiben, um eine Erfolgsgeschichte zu erzählen. Sondern um etwas anderes sichtbar zu machen: Wie Lernen, Heilung und Selbstverständnis oft wirklich aussehen. Nicht linear. Nicht sauber. Aber ehrlich.


Anxiety, Panik – und das Missverständnis von „funktionieren müssen“

Anxiety und Panikattacken gehören schon lange zu meinem Leben – als neurodivergente Person vielleicht noch etwas intensiver spürbar.2025 habe ich etwas Entscheidendes verstanden: nicht jede Angst ist ein „Problem“, das gelöst werden muss. Oft ist Angst ganz einfach ein Signal.


Ein Signal dafür, dass mein Nervensystem überlastet ist.Dass Reize zu viel werden.Dass Anpassung über lange Zeit betrieben wurde, als sie für mich gar nicht gesund war.

Besonders im Kontext von Neurodivergenz wurde mir klar:Viele meiner Angstreaktionen waren keine Schwäche.Sie waren eine logische Antwort meines Körpers, der lange versucht hat, in ein System zu passen, das schlichtweg nicht für ihn gemacht ist.


Dieses Verständnis öffnete die Tür zu einem neuen Blick auf mich selbst – und leitete den Weg zu einem tieferen, achtsameren Umgang mit meiner Angst.


Neurodivergenz: Verstehen verändert alles

Also habe ich das getan, was mich auf meinem Weg zu einem gesünderen, ausgeglicheneren Leben immer wieder trägt:Ich habe begonnen, mich im Kontext meiner Neurodivergenz wirklich zu verstehen.


Nicht oberflächlich.Nicht als Label.Sondern als Einladung zur ehrlichen Selbstbeobachtung.

Ich habe mir Fragen gestellt, die unbequem sind – aber notwendig:Welche Bedürfnisse übergehe ich mit meinen aktuellen Gewohnheiten immer wieder?Wo funktioniere ich, obwohl mein Nervensystem längst am Limit ist?Und was halte ich für „normal“, obwohl es mich konstant erschöpft?


Dieses bewusste Hinsehen hat mir ein tieferes Verständnis für mein eigenes Wohlbefinden ermöglicht –ein zentraler Bestandteil dessen, was ich mentalen Wohlstand nenne.

Mit diesem vertieften Verständnis für Neurodivergenz hat sich auch meine Beziehung zu Angst grundlegend verändert.Nicht jede Überforderung entsteht aus mangelnder Resilienz.Nicht jede Panik aus fehlendem Wissen oder den „falschen Tools“.Und nicht jede Krise aus zu wenig Achtsamkeit.


Manchmal entsteht Angst aus ganz realen Bedingungen wie:


  • permanenter Reizüberflutung

  • sozialen Erwartungen ohne echte Pausen

  • dem inneren Druck, „normal“ reagieren zu müssen


Als ich begann, diese Zusammenhänge ernst zu nehmen, verschob sich mein Fokus spürbar: weg vom ständigen Optimieren,hin zum Regulieren und Ausgleichen.


Und nein – damit ist nicht plötzlich alles verschwunden. Die Angst nicht. Die sensiblen Momente nicht. Und ganz sicher bin ich auch kein Supercoach, der den heiligen Gral für ein dauerhaft glückliches Leben gefunden hat.


Der Körper als Partner in mentalem Wohlstand

Eine der wichtigsten Lektionen 2025 war für mich: mentale Gesundheit lebt nicht nur im Kopf. Ich wusste schon vorher, dass regelmässige Bewegung wichtig ist für die Psyche. Aber 2025 habe ich einmal mehr erfahren, wie entscheidend es ist, den Körper aktiv in den Prozess des Gesundwerdens einzubeziehen – und zwar auf ganz individuelle, oft auch kreative Weise.


Ich konnte meine Angst nicht wegdenken. Nicht analysieren. Nicht rationalisieren.

Was wirklich einen Unterschied machte, war die bewusste Integration meines Körpers in meine mentale Arbeit. Die Signale von Anspannung, Nervosität oder Erschöpfung ernstnehmen – und durch Bewegung, Atmung, kleine Rituale oder kreative Prozesse regulieren.


Ich bewege mich seit vielen Jahren regelmässig und unterschiedlich: Combat, Core-Training, Yoga, im Sommer SUP oder einfach spazieren gehen. Besonders die Zeit in der Natur hat für mich eine fast meditative Qualität – sie bringt Ruhe in den Kopf, Erdung in den Körper und Raum, um Gefühle zu spüren, ohne sie sofort bewerten zu müssen. Und durch diese körperliche Praxis habe ich erkannt, dass Bewegung allein zwar stabilisiert, aber nicht alles ausdrücken oder verarbeiten kann, was in meinem Nervensystem passiert.


Genau hier kam etwas Unerwartetes ins Spiel: Kunst.


Kunst wurde für mich kein Produkt, kein Leistungsziel. Sie wurde Regulation. Rhythmus, Bewegung, Material, Farbe – all das half meinem Nervensystem, Dinge zu verarbeiten, für die es keine Worte gab. Durch kreatives Schaffen konnte ich meinen Körper einbeziehen und gleichzeitig meine mentale Gesundheit stärken.Ich lernte, dass mentaler Wohlstand nicht nur aus Wissen, Strategien oder Tools besteht –sondern aus der Fähigkeit, den eigenen Körper als aktiven Partner in diesem Prozess zu sehen.


Das Ergebnis? Kein instant „glücklich und sorgenfrei“-Gefühl, kein perfektes System.Sondern: ein tieferes, nachhaltigeres Gefühl von Stabilität, Selbstverständnis und Co-Regulation, das sich über Tage, Wochen und Monate erstreckte.


Aber ich habe etwas anderes gewonnen: mehr Kontext statt Selbstverurteilung. Mehr Verständnis statt Kampf und eine neue Form von Stabilität, die nicht auf Durchhalten basiert, sondern auf Ehrlichkeit mir selbst gegenüber.


Mental stark ins Jahr 2026 starten

Aus all dem habe ich ein paar Prinzipien mitgenommen, die mir helfen, 2026 mental stark zu beginnen – und die jede:r auf die eigene Weise nutzen kann:


  1. Mentale Gesundheit braucht Raum, nicht Druck. Heilung und Balance passieren nicht schneller, nur weil wir sie wollen. Erlaube dir, mit Pausen, Reflexionen und kleinen Schritten zu starten.

  2. Der Körper ist dein Verbündeter. Atem, Bewegung, kreative Prozesse – sie sind keine Extras, sondern essenziell, um mental stabil ins Jahr zu gehen.

  3. Wissen + Selbstmitgefühl = Stärke. Verstehen hilft, Freundlichkeit mit dir selbst trägt die Energie für einen starken Start.

  4. Signale ernstnehmen statt optimieren. Angst, Überforderung oder Nervosität sind Hinweise, die dir helfen, achtsam und kraftvoll zu handeln, statt dich auszupowern.


Wenn du diese Prinzipien zu Beginn deines Jahres mitnimmst, startest du nicht nur ins 2026 wie in jedes andere davor, sondern mit Klarheit, Stabilität und einer mentalen Stärke, die dich durch das ganze Jahr tragen kann.


Well-being Rebel begleitet dich dabei – mit Tools, Kursen und Inhalten, die auf Wissenschaft, Praxis und Menschlichkeit basieren. Kein perfekter Start nötig. Aber ein starker.

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